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Vortrag über

Johann Heinrich Pestalozzi – der berühmteste Schweizer Pädagoge

von Chantal Secretan
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Die Bedeutung der Erziehung

Die Bedeutung der Erziehung aus der Sicht von jungen Erwachsenen

Wir haben als junge Erwachsene das Jugendalter zwar schon hinter uns gebracht, doch erscheint es uns wichtig, rückblickend einige Punkte aus unserer Jugendzeit zu beschreiben, da wir der Erziehung gerade in diesem Alter eine grosse Bedeutung beimessen. Als Jugendliche beschäftigen einen vor allem folgende Probleme: Sexualität und Liebe, Schule und Lernen, die Beziehung zu den Eltern und Freunden. Die Jugendzeit ist eine sehr unstabile Zeit, denn man ist nicht mehr Kind, aber auch noch nicht ganz Erwachsener. Gerade in dieser Zeit, in der man sich in einer sehr wichtigen Entwicklung befindet, sind tragende Beziehungen für den Jugendlichen von grosser Bedeutung, Wenn der einzelne spürt, dass man ihn gerne hat, er unterstützt wird und eine Anleitung für das Leben bekommt, dann wird er als tragendes Mitglied unserer Gesellschaft in das Erwachsenenleben eintreten können. Die Eltern haben in dieser bewegten Zeit eine sehr grosse Wirkung auf ihn, denn er hört am meisten auf das, was sie ihm sagen. Obwohl dies für die Eltern nicht immer ersichtlich ist, hat ihre Meinung ein grosses Gewicht beim Jugendlichen. Deshalb ist gerade die Stellungnahme der Eltern zum Beispiel zur Gefährlichkeit von Drogen und zur Sexualaufklärung (Aids) von zentraler Bedeutung. Der Jugendliche braucht eine klare Anleitung. Es ist wichtig, dass sich die Eltern ihrer Wirkung bewusst sind, die Gefahren im Leben eines Jugendlichen erkennen und ihn darüber aufklären. Wichtig erscheint uns auch, dass sie dem Jugendlichen immer wieder ein Echo auf seine Fragen und Erlebnisse geben. Es ist also sehr wichtig, dass der Jugendliche eine Orientierung für sein Leben bekommt.

Sexualität und Liebe

Rückblickend betrachtet — und noch sehr gut in Erinnerung
—‚ ist mir heute bewusst, dass für mich die Offenheit, mit meinen Eltern über Liebe und Sexualität zu sprechen, eine grosse Hilfe war. Auch wenn es mir schwerfiel, Dinge anzusprechen oder mich mit ihnen über dieses Thema zu unterhalten, wusste ich, dass ich auf ihre Unterstützung zählen konnte. Auch gaben sie mir das Gefühl, dass es ihnen nicht gleichgültig war, was ich darüber wusste oder auch was nicht. Ich fühlte mich im Erwachsenwerden sehr ernst genommen. Auch wenn ich es zu dieser Zeit nicht zum Ausdruck bringen konnte. Dieses Handeln meiner Eltern gab mir im Leben die Unterstützung, mich nicht unwissend in Sachen zu stürzen, die mir später das ganze Leben verbaut hätten.

Eltern und Freunde

Als ich etwa drei Jahre alt war, zogen wir in eine Genossenschaftsüberbauung, in der es viele Kinder gab. Mit ihnen und mit den Kindern aus dem Kindergarten spielte ich oft den ganzen Tag. Daran hatte ich viel Freude. In der ersten und zweiten Klasse zog ich mich dann etwas mehr zurück. Von der vierten bis sechsten Klasse an begann ich dann wieder mehr, mit den Klassenkameraden Dinge zu unternehmen. Zum Beispiel war Sport ein wichtiger Teil unserer Freizeit. Wir spielten oft «Alle gegen alle» und auch Handball. Mit ungefähr zehn Jahren begannen uns auch immer mehr das andere Geschlecht und die Sexualität zu beschäftigen. Schön war, dass oft die ganze Klasse etwas zusammen unternommen hatte, das heisst, auch die Mädchen waren stets dabei, was sich auf unsere Klassenstimmung gut auswirkte. Etwa von diesem Zeitpunkt an begann ich zu registrieren, wie ich mich eigentlich in der Klasse und bei den Freunden fühlte. Ständig verglich ich mich mit den anderen: im Äusseren, in den Schulleistungen, wie man bei den Mädchen ankam, im Sport, aber auch ganz allgemein in der individuellen Art. Was bei diesen Vergleichen herauskam, stand nur allzu oft zum schlechten für mich. So fand ich mich «plump» in meiner ganzen Art und uninteressant, unsportlich und unattraktiv. Dazu kam noch das Gefühl, dumm zu sein, denn meine Schulleistungen waren nicht gerade die besten. Leider waren meine Eltern zu sehr mit sich beschäftigt, als dass ich mit ihnen hätte darüber sprechen können. Auch fehlte mir eine Anleitung, wie ich mir Freundschaften hätte einrichten können oder wie ich ein Mädchen, das mir gefiel, ansprechen könnte. Oft beschäftigten mich diese Dinge mehrere Tage lang, und mir standen nur mein Erfahrungsstand und meine eigenen Vorstellungen zur Verfügung. So kam ich aber immer wieder auf dieselben Ergebnisse und drehte mich im Kreise. Hier wären ruhige und klärende Gespräche mit meinen Eltern eine grosse Beruhigung für den Moment, aber auch für später gewesen. Eine ruhige, zugewandte, wohlwollende, aber klare und nicht verwöhnende Anleitung scheint mir von zentraler Bedeutung für das Wohlbefinden der heranwachsenden Jugendlichen zu se

Schule und Lernen

Ich war früher eigentlich nicht gerade ein guter Schüller. Das Lernen machte mir Schwierigkeiten. Ich hatte das Gefühl, dass ich das sowieso nie kann. Ich entschloss mich schliesslich, Nachhilfeunterricht zu nehmen, und nach einer gewissen Zeit verbesserten sich meine Leistungen. Was war eigentlich geschehen? Für die Lehrer, bei denen ich Nachhilfeunterricht genoss, war es ganz selbstverständlich, dass ich den Schulstoff lernen konnte, und sie gaben mir das auch offen zum Ausdruck: «Das haben schon so viele gelernt, weshalb sollst gerade du das nicht lernen können?» Natürlich erhielt ich von ihnen eine klare Anleitung, wie man etwas lernt, denn das Lernen muss gelernt werden. Durch diese Unterstützung, die vor allem in der Stärkung meiner eigenen Person lag und mir das Zutrauen verschaffte, dass auch ich alles lernen kann, kam ich schliesslich prüfungsfrei in die Sekundarschule. Nach zwei Jahren Sekundarschule wollte ich die Aufnahmeprüfung für das Gymnasium versuchen. Meine damaligen Lehrer in der Schule rieten mir jedoch von diesem Schritt ab und fanden, ich hätte keine Chancen, im Gymnasium zu bestehen. Ich wollte dann auch wirklich zuerst nicht an die Prüfung gehen. Doch schlugen mir meine Lernhilfelehrer und meine Eltern vor, die Prüfung doch einfach einmal zu versuchen. Ich merkte, dass sie mir zutrauten, die Prüfung bestehen zukönnen. Dies gab mir wieder Kraft, und ich fing an, mich ganz gründlich auf die Aufnahmeprüfung vorzubereiten. Auch in dieser Zeit hatte ich die volle Unterstützung meiner Eltern und Nachhilfelehrer. Schliesslich bestand ich die Aufnahmeprüfung. Dies war für mich ein sehr wichtiger Schritt in meinem Leben, denn nun wusste ich, dass ich viele Sachen, die ich mir früher nie zugetraut hätte, doch lernen kann. Ich hatte es selbst erlebt. Und vor allem stärkte sich in dieser Zeit mein Selbstvertrauen, weil meine Eltern ganz hinter mir standen und ich auf ihre Unterstützung und Hilfe rechnen konnte.

Susanne, Andreas, Daniel, Marc

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